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Afrikas Pfingstgemeinde - Religion gegen Elend und Übel

Zurzeit konvertieren immer mehr Menschen in Afrika zum evangelikalen Glauben; auch die politische Elite. Dieses Phänomen begann zuerst in der ärmeren Schicht und erreicht nun auch die Oberschicht.

125 Millionen Afrikaner bezeichnen sich selbst als Mitglied der Pfingstgemeinde, eine Glaubensgemeinschaft des weltweit verbreiteten evangelikalen Christentums. Sie beziehen sich auf die genaue Auslegung der Bibel und vertrauen auf das Wirken des heiligen Geistes. Die Gemeinde entstand vor dem Zweiten Weltkrieg in den USA. Insbesondere in Westafrika ist sie sehr beliebt. Der Fortschritt dieser Bewegung dort ist nicht überraschend. Bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts boten die ehemaligen britischen Kolonien Platz für Missionare, um so die Pfingstgemeinde zu formieren. Bis heute ist Westafrika der Vorreiter in Bezug auf die Ansässigkeit von Gesellschaften, welche grenzüberschreitende Missionsarbeit leisten (z.B.: DAWN Ministries, Beyond Cible oder AD 2000).

Der Trend der Pfingstgemeinde in Afrika taucht, je nach Region, in unterschiedlichen Formen und Institutionen auf. Der Enstehungsgrund ist immer derselbe: soziale und ökonomische Probleme. Wenn schlechte Wirtschafts- und elende Lebensbedingungen zusammenfallen, erkennt man schnell die Basis des Erfolges der Pfingstgemeinde. Viele Anthroposophen führen die rasche Verbreitung auf die in den 80er Jahern stattgefundene ökonomische Krise in Afrika zurück.
In Ghana ist der Erfolg der evangelischen Kirche zum Beispiel auf den Absturz des Kakaopreises von 1960 und die Hungersnot um 1980 zurückzuführen. Die meisten Anhänger in Ghana sind Frauen und junge Menschen, die die ersten Opfer dieser ökonomischen Krise waren.

Dieselbe Situation in Nigeria: Die Vereinigung "Christian Church of God" die 1952 gegründet wurde, hat heute ca. 700.000 Anhänger der Pfingstgemeinde. In Anbetracht der fehlenden Ressourcen und dem sich ausbreitenden Leid leben die Menschen im ständigen Kampf ums Überleben. Ihr Glaube ist auch gleichzeitig die Hoffnung auf ein besseres Leben. Die Unfähigkeit des Staates Lösungen zu finden, zwingt die Nigerianer Alternativen zur Kräftigung des Landes und der Bewohner zu suchen. In diesem Zusammenhang hat die Pfingstgemeinde mit dem Glauben an den heiligen Geist einen großen Einfluss auf die Menschen. Folglich ist der Übertritt in diese Glaubensgemeinschaft ein logischer Gedanke. Menschen kovertieren, weil sie auf ökonomische Verbesserungen und ein erfüllteres Leben hoffen.Der evangelikale Glaube trennt die Traditionen und die afrikanische Kirche. Die afrikanische Kirche, eine Kombination aus Christentum und schwarzer Magie, wird für das Leid in Afrika verantwortlich gemacht. Die Pastoren der Pfingstgemeinde "Getragen vom Wind des heiligen Geistes" feiern Zeremonien, in denen Exorzismus und Erlösung den Menschen helfen sich vom Bösen zu befreien. Dennoch reicht das noch nicht, um sich endgültig vom Teufel zu befreien: Die vollständige Reinigung ist die Ablegung alter Traditionen und Gewohnheiten der afrikanischen Kirche.
Durch diese Befreiung verleugnen die Menschen ihre sozialen Wurzeln, wobei sie diese im Alltag so dringend benötigen.
Es ist ein wahrer Teufelskreis, wenn die Menschen auf diese Spiritualität vertrauen und sich von der Gesellschaft abkapseln.

Die Veränderung in Afrika entsteht durch die Trennung von Vergangenheit und Tradition. Besonders in den Städten soll die traditionsbewusste Familie modernisiert werden. Dieses Phänomen ist auf die regelmäßige Urbanisierung zurückzuführen, die die Möglichkeit einer individuellen Lebensweise bietet. Die alte Tradition kann durch das Eintreten in die Pfingsgemeinde neu interpretiert werden. Es ist wie ein Neuanfang. Damit erfüllt die Pfingstgemeinde den Wunsch der Menschen nach Freiheit und einem modernen Lebensstil. Oft entwickelt sich daraus ein Zwiespalt in der Familie.

Der Artikel wurde vom Französischen in das Deutsche übersetzt. Alle Hinweise sind verfügbar im Französischen Artikel.
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