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Robert Cibis

Du befasst dich nicht zum ersten Mal mit dieser Thematik – was reizt dich daran? Was ist das Besondere an dem Thema, was für einen Bezug hast du dazu?

Ich finde Religion an sich ein spannendes Thema. Es zeigt, dass auf dieser Welt nicht nur die Vernunft regiert, sondern genauso die Gefühle. Dieser Film zeigt das Bedürfnis vieler Menschen nach Orientierung und Geborgenheit. Wir sehnen uns nach einer Welt mit klaren Regeln, mit Gutem und mit Bösem und nach einer Gruppe die uns Zusammengehörigkeitsgefühl gibt. Der evangelikale Glauben unserer Protagonisten ist – wie bei allen alle Religionsgemeinschaften – ein Versuch, dieses Bedürfnis zu stillen. Für mich ist ihr Glaube eine Entfremdung von der Wirklichkeit, der sie durch seine Radikalität von „den anderen“ isoliert. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass ihre dominante Ideologie, die Erfüllung des „göttlichen Auftrags“, wichtiger ist, als die Beziehungen zu Freunden oder zur Familie. Anders gesagt, Freundschaft und Liebe ist nur mit Christen möglich. Es ist immer leicht, über andere zu urteilen.

Mich reizt an diesem Thema natürlich auch, dass ich meine Weltsicht durch die Herstellung des Films hinterfragen kann. Denn ich will auch wissen, was für mich richtig oder falsch ist. Meine Vernunft sagt mir aber, dass ich es definitiv nie wissen werde. Absolute Wahrheit, totale Liebe gibt es in unserem Leben nur in Momenten, auch wenn ich es mir für immer wünsche. Ich weiß aber, dass auch ich näher an der Wirklichkeit bin, wenn ich meine Sicht der Dinge ständig hinterfrage. Wenn ich mir nicht nur die Beschränktheit meiner Wahrnehmung eingestehe, sondern auch keine Ideologie als absolut für immer anerkenne.

Gab es spezielle Herausforderungen während der Dreharbeiten?

Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn ein Protagonist plötzlich fragt: „Wie sieht eigentlich Deine Beziehung zu Gott aus?“ und du in ein Missionsgespräch verwickelt wirst, welches du eigentlich nur filmen wolltest. Nach dem Dreh wird dann auch noch für Dich gebetet. In solchen Momenten mussten wir Farbe bekennen, ohne unser Gegenüber zu verletzen. Kanntet Ihr die Protagonisten oder wie habt Ihr sie kennen gelernt? Warum genau diese Vier? Wir wollten intelligente, sympathische Evangelikale bei der Mission begleiten. Denn wir wollten nicht eine zu einfache Autorenhaltung einnehmen und sie verurteilen, ohne uns mit ihnen auseinander zu setzen. Wir wollten auch nicht, dass der Zuschauer den Film so sieht. Denn unser Film soll einen Teil der komplexen Wirklichkeit vermitteln. Wir haben viele (wenn nicht alle) Filme über evangelikale Christen gesehen, und fanden, dass kritische Beiträge die Missionare meistens nicht ernst nehmen. Wir versuchten aber immer mit „Jesus liebt Dich“ die Balance zwischen kritischem Abstand und verständnisvoller Identifikation bei der Erzählführung einzuhalten. Deshalb haben wir lieber extrovertierte junge Prediger begleitet, die natürlich möglichst gegensätzlich in ihrer Kultur sein sollten.