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Michaela Kirst

Du befasst dich nicht zum ersten Mal mit dieser Thematik – was reizt dich daran? Was ist das Besondere an dem Thema, was für einen Bezug hast du dazu?

„Jesus liebt Dich“ ist mein dritter Film über evangelikale Christen. Gemeinsam mit Lilian Franck und Robert Cibis habe ich in den letzten Jahren schon zwei Filme über das Thema gedreht. Ich finde die Thematik sehr wichtig, weil der christliche Glaube evangelikaler Prägung im letzten Jahrzehnt gerade in den USA, Lateinamerika und Afrika einen immer größeren Einfluss gewonnen hat. Hier haben die evangelikalen Glaubensvorstellungen oft nicht nur einen Einfluss auf das Privatleben des Einzelnen, sondern auch einen starken Einfluss auf die öffentliche Sphäre. Bei den Präsidentschaftswahlen in den USA sind z.B. die evangelikalen Wähler eine feste Größe. Auch in dem diesjährigen US-Wahlkampf gibt es zwei republikanische Kandidaten, die sich offen zum Kreationismus bekennen – etwas, was in Deutschland undenkbar wäre. Aus diesen und ähnlichen Gründen werden Evangelikale in der westeuropäischen Presse oft als „religiöse Spinner“ abgetan. Obwohl auch mir die evangelikalen Glaubenssätze nach wie vor fremd sind, finde ich es wichtig zu verstehen, warum sich so viele Menschen weltweit von dieser spezifischen Art der Religiosität angezogen fühlen. Und darum finde ich das Thema auch wichtig genug, um diesem mehr als einen Film zu widmen.

Gab es spezielle Herausforderungen während der Dreharbeiten?

Evangelikale Christen sehen prinzipiell jeden Menschen als bekehrungswürdig an – davon ist niemand ausgenommen. Ich habe noch nie in meinem Leben so ausdauernd und häufig Gespräche über meine eigenen moralischen Grundsätze und Vorstellungen geführt. Zum Teil waren diese Gespräche – für mich persönlich – sehr furchtbar. Dazu gab es auch viele Gespräche, die ich lieber nicht geführt hätte, da ich die Argumente der Protagonisten (z. B. bezüglich Evolutionstheorie etc.) nach einiger Zeit sehr gut kannte.