Bedeutung

Der Gott über den Stadien

Der weltweite Erfolg der Neo-protestantischen Glaubensgemeinschaften ist untrennbar mit der Missionsarbeit verbunden, genauso wie in Zeiten der Kolonien, als die Konvertionen zum Katholizismus in den lateinamerikanischen und afrikanischen Ländern populär war. Eine Werbung der Genfer Bibel Gesellschaft, eine Missionsagentur stationiert in der Schweiz, hat eine Taschenbuchversion der Bibel in allen Shoppingcentern in Frankreich für 1,5 € auf den Markt gebracht. Täglich werden an jeder Straßenecke Millionen von Bibeln in Schulen, Krankenhäusern und sogar in Sportstadien verschenkt.

Evangelikale Missionen werden nicht nur stark finanziell unterstützt, sie besitzen auch das Gespür für die Orte des bestmöglichen Erfolges. Zum Beispiel sind Sportstadien zu ihren beliebtesten Einsatzplätze geworden. Fußball und Religion haben zwar nicht denselben Gott – außer die Maradonna Kirche, die in Argentinien gegründet wurde und die in etwa 80 000 Mitglieder erfassten – aber durchaus viele gleiche Anhänger.

Die Götter der Stadien haben schon immer einen großen Einfluss auf ihre Fans ausgeübt. So ist es nicht überraschend, dass Alex de Ribeiro als der spirituelle Führer des brasilianischen Nationalteams als „der Wiedergeborene“ Christus angesehen wird. Er hat es geschickt eingefädelt die Fußballspieler als Symbole der Konvertierung zum Evangelikalismus darzustellen. Als das brasilianische Team den FIFA Konföderations Cup gewonnen hat, zeigten sich die Spieler des Seleção der Öffentlichkeit mit einem „Jesus liebt dich“ T-shirt. Keine Werbeagentur hätte bessere Arbeit leisten können den evangelikalen Glauben zu fördern, als diese Spieler, die ihre Glaubensüberzeugung vor Millionen von Fans preisgaben. Alex Ribeiro hat auch eine Organisation gegründet, die sich ausschließlich der Konvertionen von professionellen Fußballspielern widmet. In 2006 sind bereits 7000 konvertiert. Ohne den Einfluss des Fußballs auf die brasilianische Gesellschaft zu übertreiben, muss man den Evangelikalen eingestehen, dass sie den Katholiken bezüglich der Erfolgswerbung im Sport eindeutig ein Tor geschossen haben.

Der Neo-Protestantismus hat es dem Katholizismus schwer gemacht: In 2000 wurde in einem Report veröffentlicht, dass die Anzahl der katholischen Anhänger in Brasilien um 10% gesunken sind. Alle Neo-Protestanten zusammen repräsentieren in etwa 15% (26 Millionen) der Bevölkerung.

Die britische Organisation “Ambassadors in Sport” die ihre Niederlassung in 12 Ländern hat, möchte mit Hilfe des Fanatismus im Fußball die “Wahrheit” über Jesus Christus in der ganzen Welt verbreiten. Um dieses zu erreichen gibt es eigene „Trainingcamps“, in die sie die Kirchen einladen. AIS hat auch ihr eigenes Fußballteam in der spanischen Unterliga. Wenn sie an einem Wettbewerb teilnehmen, werben sie in der gegnerischen Mannschaft für neue Mitglieder. Ein sehr bemerkenswertes Mittel zur Konversation.

Fußball ist zweifellos die populärste Sportart in der Welt und daher auch die lukrativste Werbemöglichkeit. Evangelikalisten veruchen sich jetzt auch auf weitere Sportarten auszubreiten. Die in Großbritannien begründete Organisation „Christen im Sport“ spielt in jeder Liga. Auf deren Website steht, dass in Großbritannien 45% der Erwachsenen und sogar 87% der jungen Leute regelmäßig Sport betreiben, aber nur 8% zur Kirche gehen. Kurz gesagt: „Christen im Sport“ lädt alle „Christen Fans“ ein um in einem Sportverein dabei zu sein. Wie auch auf der Homepage steht : Wenn es die Aufgabe der Kirche ist „hinauszugehen und alle Nationen zu Jüngern zu machen“. Worauf wartet ihr noch?!

Evangelismus im Sport: eine moderne Version von 'Ein gesunder Geist steckt in einem gesunden Körper.'

Der Artikel wurde vom Französischen Deutsche Übersetzt alle Hinweise sind verfügbar im Französischen Artikel.
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