Bedeutung

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Unehrliche Demokratie

“Ich habe noch nie einen Mann gesehen, der während seiner Amtszeit soviel von seiner Religion preisgegeben hat, wie George W. Bush.” Sagte Barry Lynn, der Direktor der Vereinigten Amerikaner für die Trennung von Kirche und Glaube. Seit er Bill Graham (der popluärste Leiter der Evangelikalen in den Vereinigten Staaten) getroffen und auch seine Alkoholkrankheit bezwungen hat, scheint der Präsident der Vereinigten Staaten mehr von Gott inspiriert zu sein, als alles anderen. Ist das eine Bedrohung der Demokratie in einem Staat wo in der Verfassung seit 1791 steht, dass Kirche uns Staat getrennt und jeder seine Religion frei bestimmen kann?

Wendepunkt in den 80er Jahren

Barry Lynn bedauert, dass die Säkularisierung durch die Behauptung bedroht war, weil die Christlichen Rechten anscheinend seit 2 Jahrzehnten eine politische Gewalt in den USA seien. Seiner Meinung nach sind die Christlichen Rechten eine sehr konservativ fundamentalistische evangelikale Bewegung, die sich zur Aufgabe gemacht hat die Politik in den 80ern unter der Präsidentschaft von Reagan zu beeinflussen. Seit sie angefangen haben sich in der GOP einzubringen um Menschen in ihrer Grundhaltung zu überreden, reden sie sich dabei mit Hilfe der Partei der Repuplikaner auf die christlichen Werte hinaus. „Christliche Fundamentalisten stellten fest, dass sie sich organisieren, örtliche und landesweite Wahlen kontrollieren und sich auch auf nationale Ebene ausweiten können. Es war ein großer Aufwand um alle Instanzen der Regierung zu kontrollieren und offen gesagt, einer der Leiter meinte: wir wollen alles kontrollieren, von den Schulen bis zum weißen Haus“, erklärte Barry Lynn.

Robert Jewett, Doktor der Theologie und Professor an der Universtität von Heidelberg und Autor diverser religionsbezogenen Bücher, teilt dieselbe Meinung wie Barry Lynn wenn man beachtet, dass die konservativ-christlichen Gruppen in die Politik eingreifen. „Im Jahre 1978/79, gab es eine Bewegung in den USA („Moral Majority“), die zum ersten Mal 50 000 Kongregationen (religiöse Anhänger) in die Politik einbrachten; Seit 1980 hatte die Bewegung immer ihren Mitgliedern eingebläut, nicht wählen zu gehen, da die Politik korrupt sei. In den 80ern waren sie davon überzeugt, der richtige Zeitpunkt ist gekommen: Sie übernahmen die Partei der Repuplikaner und veränderten sie in eine „Apokalyptische Partei“, meint Robert Jewett. Während der Präsidentschaftswahl 1980 gab die „Moral Majority“ Ronald Reagan 2/3 ihrer Stimmen gegenüber Jimmy Carter. Sie wurde im Jahre 1989 aufgelöst, lebt aber in der Christlichen Rechten Bewegung weiter.

Die Wähler der christlichen Werte

In den Vereinigten Staaten präsentieren etwa 20% der Wählerschaft konservative Christen. Bei den Wahlen 2004 wurde dem GOP Kandidat George W. Bush versichert, dass sie ihre Wahlziele der Partei erreichen wenn sie die Werte der konservativen Christen während des Wahlkampfs befürworten. Das Ergebnis ergab, dass 40% der Wähler die 2004 für George W. Bush wählten, Evangelikale waren. Fakt ist, dass die Christlichen Rechten mehr gewillt sind die Bibel zu lesen, als dass die Verfassung die die Gesetze der Vereinigten Staaten führt. „Sie (die Christlichen Rechten) repräsentieren hauptsächlich Fundamentalisten, Menschen die sich auf eine wortwörtliche Auslegung der Bibel stützen. Für sie ist die Bibel im wahrsten Sinne des Wortes „das Wort Gottes“ und die Gestze des Bundes sollten auch nach biblischen Prinzipien ausgelegt werden“, warnte Barry Lynn. Und wirklich, die sogenannten Rechten Christen haben eine extrem konservative Haltung gegenüber vielen sozialen Themen. Sie sind gegen die Anerkennung und Akzeptanz der Homosexualität, gegen Abtreibung und künstliche Befruchtung, gegen das Unterrichten der Darwinschen Evolutioinistheorie in den Schulen und gegen alles, dass die Werte der orthodoxen Christen abwertet.

Machtergreifung

Barry Lynn sorgt sich um die aufstrebende Macht der Rechten Christen in den USA. „Das Ziel der konservativen Christen ist buchstäblich die Übernahme der Regierung der Vereinigten Staaten, kurz gesagt: Ihre Anhänger in das Weiße Haus und in den Obersten Gerichtshof bringen. Sie wollen in das eingreifen, was die Amerikaner sehen, was sie im Radio hören und welche Bücher sie lesen!“

Schlussendlich wollen die evangelikalen Gruppen die gesamten Vereinigten Staaten konvertieren und wenn sie das geschafft haben, auch den Rest der Welt. Ein anderes Problem ist die Unterstützung des Staates für diese Organisationen. „Grundsätzlich sollte keine Religion Geld erhalten, weder religiöse Ministerien noch Schulen sollten finanziert werden, geschweige denn irgendeine andere Glaubensgemeinschaft dieses Landes. Die religiöse Kraft in Amerika ist ehrenamtlichen Ursprungs. Wenn ich eine Religion unterstützen möchte, dann zahl ich das aus eigener Tasche. Ich erwarte weder von der Regierung noch vom Staat, dass sie wichtige Ministerien oder Missionen, die ich persönlich unterstütze, zu finanzieren.“, argumentiert Barry Lynn.